Was sind Wüsten?

Eine Wüste ist eine Region der Erde, die aufgrund von Wasser- oder auch Wärmemangel vegetationsarm bzw. vegetationslos ist. Die Jahresniederschläge liegen meist unter 250 Millimeter, die Verdunstungsrate ist in der Regel höher als die Niederschlagsrate.  

In den Trockenwüsten der tropischen und subtropischen Regionen werden Tagestemperaturen von bis zu 55 °C im Schatten erreicht. In der Nacht gibt der Wüstenboden die gespeicherte Wärme wieder an die Atmosphäre ab,
und die Temperaturen können bis unter den Gefrierpunkt fallen (-15° C).

Kältewüsten finden sich in Hochgebirgen und in polaren oder subpolaren Regionen, in denen der Wärmemangel das Pflanzenwachstum verhindert oder sehr stark einschränkt.

Bei ganzjährig eis- oder schneebedeckten Gebieten spricht man von Eiswüsten.   

 Wie entstehen Wüsten?

Es gibt verschiedene Wüstentypen und deshalb auch unterschiedliche Arten der Entstehung. Man unterscheidet Wendekreis-, Nebel-, Eis- und innerkontinentale Wüsten.

Wendekreiswüsten

Wenn man auf den Globus schaut, fällt einem auf, dass die meisten Wüsten in den Subtropen liegen, im Bereich der Wendekreise ( 23,5° nördlicher und südlicher Breite).
Zwei Gürtel dieser sog. Wendekreiswüsten umspannen die Erdkugel: einer auf der nördlichen und einer auf der südlichen Hälfte.

Ihre Entstehung erklärt man sich folgendermaßen:

Die heißen Luftmassen, die über den Äquatorregionen aufsteigen (Zone der innertropischen Konvergenz), fließen in der Höhe nach Norden und Süden ab. Diese Luftmassen kühlen in größeren Höhen ab und sinken im Bereich der beiden Wendekreise um den 23,5. Breitengrad ab (subtropische Hochdruckgürtel). Absteigende Luft erwärmt sich (um etwa 10 °C pro 1 000 Meter) und kann dadurch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Die relative Luftfeuchte aber nimmt ab, es kommt kaum zu Niederschlägen und die Landoberfläche trocknet aus.

Diese Abwärtsbewegungen warmer Luftmassen haben folgende Wüsten entstehen lassen:

Nördliche Wendekreiswüsten

Die Wüste Gobi in China, die Wüsten im Südwesten Nordamerikas, die Sahara in Nordafrika und die arabischen und iranischen Wüsten im Nahen Osten.

Südliche Wendekreiswüsten

Die Kalahari im südlichen Afrika sowie die Große Victoriawüste und die Große Sandwüste in Australien.

Innerkontinentale Wüsten

Wüstengebiete im Inneren großer Kontinente sind dadurch entstanden, dass die vorherrschenden Winde bereits einen Großteil ihrer Feuchtigkeit abgegeben haben, wenn sie jene Gebiete erreichen.
Zusätzlich tragen große Gebirgszüge zur Wüstenbildung bei, indem sie Regenschatten erzeugen. Wenn feuchte Winde über die luvseitigen Hänge aufsteigen, kühlen sie sich ab und geben ihre Feuchtigkeit als Regen oder Schnee ab.
Beim Absteigen auf der Leeseite erwärmt sich die Luft wieder, nimmt Feuchtigkeit auf und trocknet so die Landschaft aus.

Solche Wüsten sind z. B. die Wüste Gobi und die Takla Makan in Asien. Das Große Becken, eine Wüste in Nordamerika, ist durch den Regenschatten der Sierra Nevada entstanden. Auch die Wüste Gobi liegt im Regenschatten von chinesischen Gebirgen.

Nebelwüsten oder Küstenwüsten

Diese Wüstengebiete entstehen durch den Einfluss kalter Meeresströmungen auf das Klima angrenzender Küsten, die im Regenschatten großer Gebirge liegen.
Kalte Meeresströme, die von der Arktis und Antarktis zum Äquator fließen, treffen weit vor den Küsten auf warme Wassermassen. Aufgrund ihrer größeren Dichte sinken die kalten Ströme in die Tiefen ab, treffen dort auf die Kontinentalränder und steigen deshalb nahe vor der Küste wieder an die Oberfläche auf. Luftmassen, die über das kalte Wasser streichen, kühlen sich ab und regnen über dem Meer ab. An den Küsten kommt es zwar noch zur Bildung von Nebel und Dunst (“Nebelwüsten”), aber kaum noch zu Niederschlägen.

So genannte Küstenwüsten findet man entlang der Küstengebiete Chiles (Atacama), des südwestlichen Afrikas (Namib) und Südkaliforniens, der Halbinsel Baja California.  

 

Was prägt die Wüste ?

Temperatur, Wasser und Wind sind die formenbildenden Kräfte in der Wüste.

Wasser: Durch die fehlende Vegetation sind Gesteine und Böden der Abtragung durch fließendes Wasser schutzlos preisgegeben. Die Erosion wirkt vor allem in die Tiefe und läßt Wadis (steilwandiges, kastenförmiges und langes Trockental), Schluchten und Canyons entstehen.

Winde: Winde transportieren die feinen Wüstensand und -staubpartikel. Sie bauen nicht nur Dünen auf, sondern besitzen wie ein natürliches Sandstrahlgebläse auch hohe Erosionskräfte und schaffen so ungewöhnliche Verwitterungsformen wie z. B. Windkanter und Pilzfelsen.

Temperatur: In Gebirgen und Felsen führen die starken und raschen Temperaturunterschiede (von 50°C am Tag bis zu -10°C in der Nacht) zu Spannungen in der äußeren Gesteinshaut. Da die Bestandteile des Gesteins sich bei Erwärmung und Abkühlung unterschiedlich ausdehnen und zusammenziehen, lockert sich der Zusammenhalt des Gesteins. Es bilden sich haarfeine Risse oder es birst.

 

Wie entstehen Wüsten?  

Es gibt verschiedene Wüstentypen und deshalb auch unterschiedliche Arten der Entstehung.
Man unterscheidet Wendekreis-, Küsten-, Eis- und innerkontinentale Wüsten.

Wendekreiswüsten

 

Küstenwüsten

 

Innerkontinentale Wüsten